Farinelli: Arien. Jörg Waschinski, |
die überraschungIn der Mitte des 18. Jahrhunderts war er der Meister einer Gesangsgattung, die es heute nicht mehr gibt. Kurzum, Farinelli war ein Kastrat der Spitzenklasse. Und weil er, wie es damals üblich war, eine gute musikalische Ausbildung erhalten hatte, konnte er auch komponieren. Das tat er ausschliesslich für die eigene virtuose Kehle: oft als Einlagearien in Opern, hie und da auch als freie Vokalstücke auf Texte seines Freundes Metastasio. Das meiste hat Farinelli (der eigentlich Carlo Broschi hiess) in seinem Madrider Exil geschrieben. Denn trotz spektakulärer Erfolge in London hatte er England bereits 1737 verlassen und blieb fortan exklusiv für 22 Jahre dem spanischen Hof verpflichtet. Dort leitete er zwei Hoftheater und musste jeden Abend Philipp V. und Ferdinand VI. deren Lieblingsarien vorsingen. Der Zeitgenosse Quantz gestand Farinelli «eine durchdringende, völlig helle und egale Sopranstimme» zu. Das ist wichtig für heutige Interpreten aus dem Countertenor-Fach, denn die Vokallinie wird in den Farinelli-Kompositionen immer wieder in schwindelerregende Mario Gerteis |
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