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musik

Bilder: Priska Ketterer/Lucerne Festival

Mariss Jansons: «Vielleicht bin ich ehrgeizig und ein Perfektionist, aber ich hoffe doch in einem guten Sinn!»

 

In memoriam Mariss Jansons – Erinnerungen an einen der prägendsten Dirigenten unserer Zeit
Tiefe und 
Leidenschaft
Er wurde einer der ganz Grossen unter den tonangebenden Dirigenten, liess sich aber Zeit für diesen Aufstieg – Zeit zum Studieren, Zeit zum Reflektieren. Denn stets ging es ihm vorrangig um Musik, kaum um die eigene Karriere. Er war seinen Orchestern eine treue Seele, blieb ihr Chefdirigent über viele Jahre. Sie dankten es ihm mit künstlerischen Leistungen, wie man sie derart intensiv und aus tiefstem Innern engagiert sonst kaum zu hören bekam. Jedes Konzert unter Mariss Jansons war – auch wenn das Wort abgegriffen ist – ein Ausnahmeereignis.

Werner Pfister

In der Nacht auf den 1. Dezember – den ersten Adventssonntag – ist Mariss Jansons gestorben. Wir wussten um seine gefährdete Gesundheit, und doch fällt es schwer, sich das Musikleben nun ohne diese durch und durch integre, menschlich so herzliche und künstlerisch so kompromisslose Persönlichkeit vorzustellen. Meine eigenen Erinnerungen schweifen zurück, viele Jahre zurück, denn «Musik&Theater» hat den Werdegang von Mariss Jansons sozusagen von den Anfängen an begleitet. Dass sich aus den vielen Begegnungen und Gesprächen auch Freundschaft entwickelte, zählt zu den wertvollen Erinnerungen.

Begonnen hatte es in Oslo. 1975 dirigierte Mariss Jansons zum ersten Mal die Osloer Philharmoniker, vier Jahre später kürten sie ihn zum Chefdirigenten. Aber sie hatten die Rechnung ohne den Wirt respektive ohne das sowjetische Kultusministerium gemacht, denn dieses blockierte jahrelang jede Vertragsunterzeichnung. Jansons liess sich jedoch nicht entmutigen, arbeitete in vertragsloser Stellung kontinuierlich mit den Philharmonikern – «und daraus entwickelte sich wirklich eine Liebe». Sie war gegenseitig, und bald wollte das Orchester eine erste CD-Einspielung unter Jansons machen. Die Wahl fiel auf Tschaikowskys fünfte Sinfonie. «Als wir das Masterband abhörten, waren wir alle irgendwie nicht zufrieden», erinnerte sich Jansons. «Ich war überzeugt, dass wir das besser hinkriegen können, und auch das Orchester war sofort meiner Meinung.»

Tschaikowsky aus erster Hand

Also nahmen sie das Werk ein zweites Mal auf – übrigens beide Male ohne Bezahlung – und gingen mit dem neuen Masterband zu den grossen CD-Labels. Doch die gaben abschlägigen Bescheid: ein relativ unbekannter Dirigent, hiess es, ein provinzielles Orchester aus den Randgebieten von Europas Norden. «Schliesslich landeten wir bei der Firma Chandos. Die hörten sich das Band an und sagten: ‹Wunderbar, nehmen wir.› Sofort wurde ein Vertrag aufgesetzt – nicht nur für die vorliegende Aufnahme, sondern für alle Tschaikowsky-Sinfonien inklusive ‹Manfred›.» Selbst heute noch sind diese Aufnahmen eine tonangebende Referenz – Tschaikowsky aus erster Hand. Denn seinen Tschaikowsky und auch seinen Schostakowitsch hatte Mariss Jansons einst bei den Leningrader Philharmonikern als Assistent bei ihrem langjährigen Chefdirigenten Jewgeni Mrawinski erlernt.

Szenenwechsel: St. Petersburg 1992. Mittlerweile hatte doch ein grosses Label angebissen: EMI nahm Mariss Jansons unter Vertrag, und nun standen Rachmaninow-Einspielungen im grossen Saal der St. Petersburger Philharmonie an. M&T war wiederum dabei, wir führten Gespräche auch mit den Orchestermusikern und spürten da und dort grosse Unsicherheit ob der einschneidenden politischen Veränderungen seit Glasnost und Perestroika. Tagsüber Aufnahmen, abends dann Konzerte, ein reines Rachmaninoff-Programm. Mariss Jansons war sichtlich stolz auf «sein» Orchester: «Die St. Petersburger Philharmoniker haben eine langgewachsene künstlerische Eigenständigkeit. Wenn sie Rachmaninoff oder Tschaikowsky spielen, so klingt das ganz anders als bei den Moskauer Orchestern – es hat mehr Würde, eine gewisse Vornehmheit wie auch mehr Nachdrücklichkeit im Emotionellen.» Auch diese Gesamteinspielung der Sinfonien und Klavierkonzerte Rachmaninows wurde zu einem Meilenstein.

Zweihundert Prozent Einsatz

Eine Erinnerung an St. Petersburg ganz am Rande: Nach dem Konzert traf man sich jeweils im Dirigentenzimmer, Mariss Jansons strahlte, war sichtlich stolz und sogar zu Spässen aufgelegt. Denn so ernst, so pflichtbewusst und diszipliniert er in seiner Arbeit war, so gerne lachte er sein unwiderstehliches, breites Lachen. War man in einem Konzert, das Mariss Jansons dirigierte, dann wurde man im Anschluss daran automatisch in der Garderobe erwartet. Nein, Jansons wollte dabei nicht hören, wie gut es gewesen sei. Das Erste war stets: «Wie geht es Dir? Was machst Du?» Persönliche Anteilnahme.

Sie war auch eine Grundlage bei seiner Arbeit mit den Orchestern. «Gefragt sind Persönlichkeit und zweihundert Prozent Einsatz, damit jeder Musiker spürt, dass du ehrlich Musik machen willst. Der Dirigent hat eine grosse Verantwortung – mit einem Orchester hat man ihm viel gegeben, auch Macht, und die darf man nicht missbrauchen.» Fragte man ihn, wie er es schaffe, die Musiker aus der Reserve zu holen und zu singulären Leistungen zu animieren, sagte er (verschmitzt lachend): «Ich lobe sie dorthin, wo ich sie haben will.» Die Osloer Philharmoniker hat er zu einem europäischen Spitzenorchester gemacht, mit einer eigenen Konzertwoche im Wiener Musikverein, und schliesslich brachte er das Orchester sogar an die Salzburger Festspiele, die ihn später ihrerseits mit ihrer höchsten Auszeichnung, der Festspielnadel mit Rubinen, ehrten.

Die Welt umarmen

Szenenwechsel: Zürich, Tonhalle-Orchester. Bei den Musikerinnen und Musikern stand Mariss Jansons ganz zuoberst auf der Dirigenten-Wunschliste. Trygve Nordwall, der damalige Intendant, erinnert sich, wie er Mariss Jansons einmal zwei Konzerttermine anbot. Doch Jansons konnte nur den einen wahrnehmen. Abgemacht. Einige Monate später rief er in Zürich an: Ob der zweite Termin noch zu haben sei, er wäre nun doch frei. Leider nein, meinte Nordwall, er habe für den zweiten Konzerttermin bereits Mstislaw Rostropowitsch als Dirigenten engagiert. Zur Sicherheit fragte er bei diesem nochmals nach. Was? Mariss Jansons möchte mein Konzert dirigieren? Das sei absolut kein Problem, meinte Rostropowitsch, dann komme er eben als Cellist. Die Aussicht, unter der Leitung von Jansons spielen zu können, freute ihn enorm. Für mich wurde es die ergreifendste Aufführung, die ich von Dvorˇáks Cellokonzert je gehört habe.

Noch ein Szenenwechsel: Dreimal luden die Wiener Philharmoniker Mariss Jansons ein, ihr traditionelles Neujahrskonzert zu dirigieren, 2006, 2012 und 2016. Hier konnte man es weltweit sehen und erleben – wie Jansons die ganze Welt im Klang zu umarmen schien und die Wiener Philharmoniker obendrein. Seit 1992 hatte er das Eliteorchester 110 Mal dirigiert, und im Juni 2018 ernannten sie ihn zu ihrem Ehrenmitglied. Es ist schon so: In einer Zeit, wo die künstlerische Integrität der klassischen Musikbranche immer mehr in Frage gestellt wird – zum Teil mit gutem Recht –, erschien uns Mariss Jansons, der disziplinierte, der leidenschaftliche und sich stets total verausgabende, wie ein Fels in der Brandung. Solange er dirigierte, war er Vorbild – in seinem heiligen Arbeitsethos, in seiner Menschenfreundlichkeit, in seinem künstlerischen Streben, in seiner moralischen Integrität. Wir alle haben in ihm viel mehr als nur einen Dirigenten verloren. ■

Priska Ketterer fotografierte 
Mariss Jansons für Lucerne Festival. 
Die Aufnahmen entstanden bei 
Konzerten mit dem Symphonie­orchester 
des Bayerischen Rundfunks, zwischen 
2013 und 2018 

 

Mariss Jansons über Orchesterpsychologie und die Verantwortung des Dirigenten

 «Musik bringt einen sofort in eine andere Welt!» 

Dieses Gespräch mit Mariss Jansons fand Ende 2002 statt. Zu einem Zeitpunkt also, da er Chef des Pittsburgh Symphony Orchestra war und bereits um zwei künftige neue Herausforderungen wusste.: Ab Sommer 2003 übernahm er die Leitung des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, ein Jahr später kam das Concertgebouw Orchestra Amsterdam dazu. Zur Erinnerung an Mariss Jansons veröffentlichen wir noch einmal Auszüge dieses Gesprächs, da es den Menschen wie den Musiker Mariss Jansons exemplarisch spiegelt  in seiner künstlerischen Neugier und Intensität, in seiner menschlichen Wärme und Authentizität.

Andrea Meuli

Es gibt Dirigenten, welche die Musikerinnen und Musiker wohl respektieren, gleichzeitig aber auch fürchten. Ihnen hingegen wehen die höchsten Sympathien entgegen – auch wenn Sie von Ihren Orchestern viel fordern und intensiv proben…

Mariss Jansons: …es ist wichtig, dass die Musiker einen Dirigenten respektieren. Allerdings soll er die Orchestermusikerinnen und –musiker einladen, nicht einschüchtern. Davon halte ich gar nichts, weil Angst die Musiker nur paralysiert. Verantwortung anzubieten ist die weit bessere und auch fruchtbarere Variante.

Eine Gratwanderung zwischen Autorität und Freundschaftlichkeit also?

Mariss Jansons: Zweifellos freue ich mich, wenn die Musiker eines Orchesters mich mögen. Das ist wie sonst im Leben auch. Wenn man einem anderen Menschen Sympathie und Respekt entgegenbringt, kann sich ein ganz anderer Dialog entwickeln. Positive Energie lädt zur Partnerschaft ein, will etwas Gemeinsames bewirken. Das kann allerdings nur gelingen, wenn es der Dirigent versteht, seine Ideen verständlich und genau zu vermitteln.

Kann vom Dirigentenpult auch negative Energie ausgehen?

Mariss Jansons: Negative Energie strahlt ein Dirigent dann aus, wenn er bloss als musikalischer Regisseur funktioniert. Wenn er daran denkt, was am Morgen in der Probe nicht zusammenstimmte und was gerade im jetzigen Augenblick schief gehen könnte. Ich denke beim Dirigieren nur an die Musik und was ich mit dieser Musik ausdrücken möchte. Während des Dirigierens ist man dem Komponisten am nächsten: Der Dirigent komponiert im Augenblick der Aufführung sozusagen mit, mit seiner ganzen Emotionalität, weit über die Noten hinaus. Das verstehe ich unter positiver Energie. Und diese ist eine gemeinsame mit den Musikerinnen und Musikern: Sie nehmen auf und geben etwas zurück – du gibst noch was darauf – und so steigert sich die Intensität. Das ist wie ein Feuer, dem man Öl beigiesst oder Luft beipumpt.

 

Die Beziehungen zwischen Dirigent und Orchester sind ein filigran-labiles Geflecht…

Mariss Jansons: … wenn man vorne unsicher ist, spüren das die Musiker als sensitive Menschen sofort. Strahlt der Dirigent Unsicherheit aus, kann das manchmal sogar die Ursache eines Fehlers sein, der dann in Windeseile wie eine Epidemie durch ein Orchester geht. Die Beziehung des Dirigenten zu einem Orchester ist eine äusserst sensible und ist ein wesentlicher Teil dessen, was das Wunder Orchester ausmacht. Und das gemeinsame Ziel, das gemeinsame Ausdrucksmittel ist die Musik in ihrer unendlich starken Wirkung.

Welche Rolle spielt die Sprache, spielt verbales Erläutern in Ihrer Probenarbeit?

Mariss Jansons: Die einen halten wenig von sprachlicher Vermittlung, anderen ist sie wichtig. Ich baue ganz auf Harmonie, alles Übertriebene ist schlecht. Es kommt auf die sinnvolle und spontane Auswahl der Ausdrucksmittel eines Dirigenten an. Wenn du denkst, du hast etwas auszudrücken: Sag’ es! Wenn du denkst, deine Hände könnten mehr ausdrücken – mach’ es so!

Was vermittelt Ihnen jene unerzwungene Sicherheit, diese Entscheide unbewusst richtig zu treffen?

Mariss Jansons: Wichtige Assoziationen zu einem Werk erläutere ich dem Orchester, zum Beispiel das Umfeld von Schuberts «Unvollendeter». Das ist die Aufgabe des Dirigenten, eine Atmosphäre zu schaffen, welche erst eine intensiv empfundene Aufführung ermöglicht. Orchestermusiker kommen doch täglich zur Probe, das ist ihr Alltag. Man kann da kaum von ihnen verlangen, dass sie jeden Morgen tiefe Gedanken zu einem Werk mitzubringen. Es ist meine Pflicht als Dirigent, dies zu vermitteln und die Musiker auf die wesentlichen Gedanken eines Werkes zu fokussieren.

Gehen Sie heute eine neue Aufgabe anders an als in jungen Jahren?

Mariss Jansons: Oh ja! Ich lese beispielsweise sehr viel mehr für mich. Mein Wissen über einen Komponisten oder die Umstände, unter denen ein Werk entstand, bringt mir neue Ideen. Mein Gedanke war immer: Was muss ich tun, damit meine Aufführungen noch besser werden. Vielleicht liegt darin eine Erklärung für meine Entwicklung. Jedem Werk näher zu kommen, noch mehr auszudrücken – das war und ist mein einziges Ziel. Und dafür gibt es keine Grenze und keinen Grund, je einmal selbstzufrieden zu sein. Vielleicht bin ich ehrgeizig und ein Perfektionist, aber ich hoffe doch in einem guten Sinn! Auf jeden Fall habe ich mein Musizieren nie auf Karriereschritte oder politische Aktivitäten ausgerichtet. Was ich erreicht habe, ist einzig wegen meiner musikalischen Arbeit geschehen. Darauf bin ich auch stolz.

Sichtbares Resultat dieser Entwicklung ist, dass Sie sich heute jene Orchester, die Sie dirigieren möchten, aussuchen können. Ist der Erwartungsdruck höher geworden?

Mariss Jansons: Ja, ich spüre einen sehr viel grösseren Druck. Wenn ich jedoch aus dem Erfolg die Motivation ableite, noch mehr zu geben – dann bekomme ich wiederum mehr zurück. So einfach ist das!

Druck als Motivation?

Mariss Jansons: Je grösser der Erfolg, desto nervöser werde ich! Das bewahrt einen auch davor, arrogant zu werden. Mein Erfolg wird mich nie stoppen, noch besser zu werden. Es kommt sehr darauf an, wie man auf den Erfolg persönlich reagiert: Lässt man sich verführen und verliert sich im eigenen Ruhm, dann ist es schlecht und gefährlich. Betrachtet man hingegen den Erfolg als übertragene Verantwortung, sieht es ganz anders aus. Natürlich freut sich jeder über seinen Erfolg. Als Dirigent liebe ich es wie jeder andere Mensch auch, wenn über ihn gut gesprochen wird und man seine Arbeit schätzt. Darüber braucht man sich auch nicht zu schämen. Entscheidend ist es, wie man auf diese Situation reagiert. Denkt einer: Ich bin so wunderbar, dass alle mich wollen – dann stoppt er unweigerlich seine eigene Entwicklung. Freut man sich hingegen und schöpft aus der Zustimmung neue Kraft, so eröffnen sich neue Wege, um weiter zu kommen. Für mich zählt einzig die zweite Variante, ohne Frage.

Ist Musik mit dem Erfolg als Dirigent für Sie denn auch zur Belastung geworden?

Mariss Jansons: Nein, überhaupt nicht – aber sie sorgt für eine fortwährende Spannung in meinem Leben. Ich habe immer ein Ziel, eine Aufgabe vor mir, auch im Urlaub. Wie Schatten begleiten mich diese Herausforderungen immer.

Wie ist es mit der Zufriedenheit? Gibt es die auch, oder scheuen Sie diese Ruhe schon als Gefährdung künstlerischer Energien?

Mariss Jansons: Nein, so ist es auch wieder nicht. Über ein wunderbares Konzert kann ich sehr glücklich sein. Aber nachher gehört es bereits der Vergangenheit an, die Türe ist geschlossen und eine neue steht schon offen vor mir. Die neue Herausforderung, die neue Aufgabe dominiert. Immer wieder.

Erleben Sie auch Momente, in denen Ihnen diese Rastlosigkeit, der Zwang zur ständigen künstlerischen Bestätigung, Angst bereitet?

Mariss Jansons: Vielleicht nicht gerade Angst, aber Zweifel habe ich schon – oh ja! Dass mir etwas zu verwirklichen vielleicht nicht so gut gelingt, wie ich das sollte und wie man das von mir erwartet.

Ist es diese selbstauferlegte kritische Kontrolle, welche Ihrem Musizieren jene stets zu erlebende Spannung sichert?

Mariss Jansons: Das mag mit dazu beitragen. Auf jeden Fall nehme ich mir immer vor, ein Werk, mit dessen Umsetzung ich nicht zufrieden bin, nochmals zu machen.

Sie feiern im Januar Ihren sechzigsten Geburtstag. Was hat sich in den letzten Jahren mehr verändert, Ihr Beruf an sich oder Sie sich als Mensch?

Mariss Jansons: Ich glaube beide. Als Mensch hat sich nach meinem Herzinfarkt vieles für mich verändert. Allerdings sind die beiden Seiten untrennbar miteinander verbunden: Ändert sich menschlich etwas, wirkt sich das sofort auch auf den Beruf aus. Alles beeinflusst die Kunst. Wohl versuche ich jeweils, das Musizieren von allem, was drum herum geschieht, zu isolieren. Gelingt einem das nicht, kann es menschlich gefährlich werden. Doch letztlich prägt alles, was wir fühlen und erleben auch unser künstlerisches Tun. Es ist ja derselbe Mensch – muss derselbe Mensch sein! Anderseits kann es dir auch spontan geschehen, dass dich die Kraft der Musik von all den Problemen wegreisst, die dich vorher beschäftigt haben. Musik bringt einen sofort in eine andere Welt! ■

 

Das hier teilweise wiedergegebene Interview wurde in der Ausgabe 2/2003 (S. 16 – 19) von «Musik&Theater» publiziert

Mariss Jansons – 12 CD-Favoriten

– Beethoven: 9 Sinfonien und Reflections. Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks. BR Klassik (6 CDs) – Beethoven: Messe C-Dur. Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. 
BR Klassik – Bruckner: Sinfonie Nr. 9. Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. BR Klass ... Weiter
Ausgabe: 01 - 2020