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Sonja Koller / Sonja Wegelin, Geschäftsleitung Camerata Bern

Camerata Bern

 

Sonja Koller / Sonja Wegelin, Geschäftsleitung Camerata Bern

1 Wir gehen optimistisch an die Sache heran und planen relativ normal. Ein Vorteil dabei ist, dass unsere Kernbesetzung aus 15 Leuten besteht. Neu denken wir verstärkt in Szenarien und Alternativen und bereiten beispielsweise für ein Programm sowohl eine reguläre zweiteilige, als auch eine einteilige Version ohne Pause vor.

2 Das kommt ganz auf den Grad und den Bereich an, in dem Improvisation gefordert ist. Als kleines und flexibles Team sind wir wendig und können grundsätzlich schnell reagieren. Mittlerweile sind wir geübt darin, uns an ständig neue Gegebenheiten anzupassen. Ausserdem haben wir ein treues Stammpublikum, das der Camerata Bern vertraut und auch bei kurzfristigen Änderungen dabeibleibt. Wir konnten im letzten Jahr viel Unterstützung erfahren, das gibt Energie! Auf der organisatorischen Ebene ist Improvisieren zwar herausfordernd, aber dank vollem Einsatz aller Beteiligten auch über längere Zeit hinweg machbar. Voraussetzung dafür ist eine gewisse Planungssicherheit im Bereich der Finanzen: Ohne sie fehlt der Bezugsrahmen für die Improvisationsmöglichkeiten. Wir stehen glücklicherweise finanziell auf verschiedenen Standbeinen, und der Betrieb funktioniert deshalb momentan noch gut. Dass die Musiker*innen für die wegen Corona abgesagten Konzerte über Kurzarbeit bezahlt werden, ist dabei absolut essenziell und rettet unsere Finanzen. Mit einer gewissen Sicherheit und Stabilität auf der finanziellen Ebene lässt sich klar länger und besser improvisieren als ohne.

3 Das war bei uns glücklicherweise bisher nicht nötig.

4 Im vergangenen Herbst, als Veranstaltungen kurzzeitig wieder möglich waren, haben wir ein Schutzkonzept mit Abstandsregeln und Maskenpflicht implementiert und erlebt, dass unser Publikum zu den Konzerten kommt – auch Personen aus der Risikogruppe. Diesen Kurs werden wir weiterhin verfolgen. Auch digital haben wir uns weiterentwickelt, bieten unsere Programmhefte nun auch als Download auf unserer Website an, haben die Konzerteinführungen vor Ort durch einen Einführungspodcast ersetzt und spielen einen Livestream ohne Publikum. Alle diese Angebote sehen wir als wunderbare Ergänzungen und als wichtige Möglichkeiten, in der aktuellen Zeit aktiv zu bleiben, weiterhin Musik zu vermitteln und natürlich Ansteckungsrisiken zu minimieren. Im Zentrum stehen die Schutzkonzepte für den Probenund Konzertbetrieb, denn schlussendlich bleibt unser Kerngeschäft in der physischen Welt. Unsere raison d’être besteht darin, dass Menschen zusammenkommen und gemeinsam Musik erleben. Nach wie vor erhalten wir zahlreiche Zuschriften und Anrufe von unseren Abonnent*innen, die sich nach den Konzerten sehnen. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass unser Publikum da sein wird, sobald es die Situation wieder erlaubt. Wir verfolgen die Entwicklungen sehr aufmerksam und passen uns laufend an die Gegebenheiten an.

5 Ja: Neu sind Coronaschutzkonzepte und Coronaklauseln, die Absagen aufgrund von Corona-Massnahmen regeln, Teil von Künstlerverträgen.

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