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Numa Bischof Ullmann, Intendant Luzerner Sinfonieorchester

Numa Bischof Ullmann, Intendant Luzerner Sinfonieorchester

1 Die Saison 2021/22 planen wir inhaltlich wie bislang vorgesehen. Es wird die erste Saison mit dem neuen Chefdirigenten Michael Sanderling sein. Natürlich hoffen wir, in der nächsten Saison wieder im gewohnten Rahmen veranstalten zu können. Die Schutzkonzepte für unser Orchester und Publikum sind bereits erarbeitet, somit sind wir optimistisch, die neue Saison wie gewohnt spielen zu können. Traurig ist hingegen, dass wir viele Projekte mit unserem Chefdirigenten James Gaffigan in seiner Abschiedssaison nicht realisieren konnten. Dazu gehören auch internationale Tourneen. Diese Absagen schmerzen. Ein kleiner Trost: Für einzelne Projekte wie den Schwerpunkt «Les Introuvables de Camille Saint-Saëns» oder das Projekt mit Herbert Grönemeyer konnten wir neue Daten finden.

2 Auch die aktuelle Situation erfordert eine Planung, und kann nicht rein durch Improvisation bewältigt werden. Die aktuelle Planung ist jedoch auf allen Ebenen unsicher und nicht vorhersehbar. Diese Situation stellt mental eine enorme Herausforderung dar.

3 Jede Saison stellt ein neues Geschäftsjahr dar. In der vergangenen Saison hat die Corona-Situation bereits einen substanziellen Verlust bewirkt, und in der aktuellen Saison konnten wir bisher lediglich das Eröffnungskonzert spielen. Diese Auswirkungen sind elementar, jedoch sind wir immer im Austausch mit den Subventionsgebern und der Politik, um die finanziellen Schäden so gut wie möglich abzufedern. Auch unsere Sponsoren und Gönner haben uns in der aktuellen Lage grossartig unterstützt, wofür wir enorm dankbar sind. Die aktuelle Situation ist jedoch so nicht lange weiter tragbar. Irgendwann, möglichst bald, müssen wir einfach wieder spielen – sprich arbeiten können.

4 Wir dürfen auf einen grossen und sehr treuen Kundenstamm bei unseren Abonnenten zählen, was grossartig ist. Aus unserem Publikum erhalten wir zahlreiche Stimmen und Zuschriften, die uns sagen: Bitte spielt bald wieder! Die Menschen dürstet es nach Musik! Wichtig ist, dass es uns als Branche gelingt, Vertrauen in die Sicherheit unserer Konzertformate zu schaffen. Es gibt verschiedene Studien, an welchen auch unser Konzerthauspartner, das KKL Luzern, beteiligt war, welche aufzeigen, dass mit den modernen Lüftungsanlagen in Konzertsälen die Gefahr einer Ansteckung stark minimiert wird. Ausserdem verfügen wir über erprobte und kantonal abgenommene Schutzkonzepte für unsere Konzerte.

5 In Künstlerverträge können wir keinen Einblick gewähren, aber die aktuelle Situation zwingt zu Flexibilität auf allen Seiten. Wir haben auch eine Verantwortung, die freischaffenden Künstler zu unterstützen! Dies tun wir zum Beispiel mit unserer Initiative «Solidarische Klänge aus dem Orchesterhaus».

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