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Marcel Falk, Geschäftsleiter Kammerorchester Basel

Matthias Müller

 

Marcel Falk, Geschäftsleiter Kammerorchester Basel

1 Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass wir den Konzertbetrieb sowohl in Basel als auch auf internationalen Bühnen nach den Sommerferien wieder aufnehmen werden können. Das heisst aber nicht, dass wir wissen, wie sich das Publikum verhalten wird. Wird es wieder in die Konzerte strömen wie vor der Krise? Oder zeigt die erzwungene Entkulturalisierung ihre Auswirkungen? Werden wir als international agierendes Orchester unser Tourneewesen wie bis dato weiterführen können? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, werden wir in Basel mit neuen Konzertformaten experimentieren, um in einen noch engeren Austausch mit unserem Publikum zu treten.

2 Die gesamte Branche ist damit konfrontiert, sich kurzfristig auf immer wieder neue Begebenheiten einstellen zu müssen und zeigt sich erfreulich solidarisch. Das hat den schönen Nebeneffekt, gemeinsam in kürzester Zeit neue (Programm-) Ideen und Konzepte zu entwickeln und mit grosser Kreativität mit der Situation umzugehen. Corona hat jedoch eine Ausnahmesituation geschaffen, die, getragen durch unterschiedliche Unterstützungmassnahmen, hoffentlich bald zu Ende geht. Das Planungsvakuum ist für den Betrieb je länger je belastender.

3 Schon seit Monaten gehört «Improvisieren» auch in Bezug auf die kommende Saison zum Daily Business. Das regt zum Nachdenken über das eigene Tun an und veranlasst, sehr bewusst die geplanten Projekte zu hinterfragen.

4 Eine offene und stete Kommunikation während der Pandemie mit unserem Publikum ist das eine, die Form den Konzertbetrieb wieder hochzufahren die andere Seite: Dies wird in kleinen Schritten geschehen, mit eher kürzeren, überraschenden Programmen. Vielleicht auch in neuen Formaten, in denen wir mit unserem Publikum in einen intensiveren Austausch treten können. Und mit Sicherheit wird unsere Konzertreihe «Coronaden» vermehrt unter freiem Himmel stattfinden, ein gewisses Unbehagen in geschlossenen Räumen wird anfangs bestehen.

5 Vielleicht können wir ein wenig von der – während der Pandemie erforderten – Spontanität und Experimentierfreude in die Nach-Corona-Zeit mitnehmen. Dadurch werden sich der Planungshorizont sowie die Gewichtung beispielsweise von Vermittlungsaktivitäten verändern und in die Verträge einfliessen.

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