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musik

Bilder: Marco Borggreve

Rudolf Buchbinder: «Ein Wort, das ich nicht hören kann, ist Reife!»

 

Rudolf Buchbinder über Beethoven, sein Diabelli-Projekt und die Bedeutung von Freiheit und Mut als Interpret
«Es muss wehtun bei Beethoven!»
Auch seine Welt ist aus den Fugen geraten: Doch der Pianist Rudolf Buchbinder versucht, den Wirklichkeitssinn mit dem 
Möglichkeitssinn zu versöhnen und möglichst viele seiner Auftritte zu retten. Im November gleich mehrfach in der Schweiz. 
Beethoven steht dabei im Zentrum seiner Programme. Als Solist und Leiter im Rahmen einer Tournee der Migros-Kulturprozent 
Classics sowie mit seinem ambitionierten Diabelli-Projekt, das Beethovens berühmtem Variationenzyklus eine Reihe zeit­genössischer Spiegelungen entgegenstellt, komponiert von einigen der wichtigsten heutigen Komponistinnen und Komponisten.
Rudolf Buchbinder: «Beethoven beschäftigt mich ein Leben lang als Fragender.»

Andrea Meuli

«Entscheidend ist das 
gegenseitige Ballzuwerfen»

M&T: Es ist kein origineller Einstieg, aber man kommt derzeit nicht darum herum: Wie erleben Sie die nervöse Unsicherheit gerade jetzt wieder, in diesen Wochen?

Rudolf Buchbinder: Es ist schrecklich, es gibt keine klare Linie. Weil niemand sich auskennt, auch nicht die zuständigen Personen, die Bestimmungen zu verantworten haben, welche so unterschiedlich und zum Teil auch schwer zu begründen sind. Und was mich am meisten stört: wie die Politik die Kultur behandelt.

M&T: Wie trifft Sie das ständige Umdisponieren in dieser schier unplanbaren Zeit?

Rudolf Buchbinder: Mein Büro hat nichts anderes zu tun, als Termine zu schieben und ständig alles neu zu organisieren. Es ist tatsächlich eine ungewöhnliche Zeit. Ich sollte heuer sechsmal nach Asien und viermal nach Amerika reisen – das ist natürlich alles abgesagt.

M&T: Kommen wir zu den Dingen, die bis dahin noch geschehen können: War es Ihre Idee, Diabellis Variationen-Projekt aus der Zeit Beet­hovens in unsere musikalische Gegenwart zu spiegeln?

Rudolf Buchbinder: Schon als Fünfzehnjähriger habe ich den «Vaterländischen Künstlerverein» (50 Variationen von Zeitgenossen Beethovens, die sich ebenfalls Diabellis Walzerthema widmeten, am.) gespielt, zumindest einen Teil davon. Dieses Projekt hat mich immer verfolgt. 1973 habe ich die 57 Variationen zum ersten Mal auf Platte aufgenommen, 1976 zum zweiten Mal. Im Beethovenjahr kam nun die Idee auf, ein auf unsere Zeit bezogenes Remake zu machen und heutige Komponisten zu bitten, eine Variation darüber zu schreiben. Und das Schöne war, dass jede und jeder Einzelne von der Idee begeistert war. Alle haben spontan und wirklich mit En­thusiasmus mitgemacht. Nach einem Klavierabend in Tokio beispielsweise brachte mir Toshio Hosokawa seine Variation tief in c-Moll wie der Walzer von Franz Schubert, Brett Dean übergab mir seine nach einem Konzert in Köln – es sind alles auch persönliche Berührungspunkte.

M&T: Das Projekt deckt ein eindrucksvoll breites Spektrum heutigen Komponierens ab.

Rudolf Buchbinder: Es ist tatsächlich die ganze Palette der Möglichkeiten abgedeckt, wie man heute komponieren kann. Wir tendieren leider zu einer Schubladengesellschaft, wollen immer alles genau einteilen und sortieren. Aber schauen Sie sich nur das 20. Jahrhundert an, wie viele komplett unterschiedliche Komponisten existierten: Da war ein Rachmaninow neben Schönberg, Richard Strauss neben einem Mahler oder Bartók – und, und, und! Die alle kann man wirklich nicht auf eine Stilrichtung einengen. Es verbindet sie einzig, dass alle gewaltige Persönlichkeiten waren – darum nur hat ihre Musik überlebt! Wenn wir uns jetzt fragen, wer von den heutigen Komponisten überlebt, da bin ich mir sicher, dass es einige geben wird. Das Problem sind die Hörgewohnheiten der Menschen. Ich werde nie vergessen, wie ich einmal mit Claudio Abbado in Mailand das vierte Klavierkonzert von Beethoven gespielt habe. Auf diesem Programm stand auch Schönbergs «Überlebender von Warschau». Das Stück war zu Ende, und das Publikum reagierte überhaupt nicht. Was machte Abbado? Er blieb auf der Bühne und spielte das Stück noch einmal. Darauf hin gab es tosenden Applaus. Warum? Weil die Menschen das Stück schon gehört hatten, sie kannten es nun. Solche Hörgewohnheiten sollte man viel mehr pflegen.

M&T: Wie übungsintensiv war dieses zeitgenössische Diabelli-Projekt?

Rudolf Buchbinder: Gewaltig – bis zu einem blutigen Finger! Bei Christian Josts «Rock it, Rudi!» mit diesem ständigen Bass war der kleine Finger schon sehr beansprucht… Aber es war eine aufregende Reise.

M&T: Und wie schwierig war es, dieses formal ein weites Feld absteckende Programm zu memorieren?

Rudolf Buchbinder: Die neuen Komponisten spiele ich von Noten. Das alles auswendig zu spielen, ist auch unnötig, es bringt nichts. Es wäre anders, wenn ich dieses Programm immer wieder spielen würde. Aber speziell jetzt in Corona-Zeiten, wo alles so zerpflückt ist, ist das ja unmöglich. Und zeitgenössische Musik auswendig zu spielen, ich glaube, das machen die wenigsten.

M&T: Inhaltlich eröffnet sich ein ungemein weites Spektrum, von Hosokawas verinnerlichter Reflexion bis zu Christian Josts rockiger Version, von Lera Auerbachs düsterem Walzer mit seinem beklemmend offenen Ende…

Rudolf Buchbinder: … (lacht) … bis hin zum Radetzkymarsch! Schauen Sie, Diabelli hat damals alles brutal alphabetisch geordnet, und das habe ich auch gemacht. Herausgekommen ist dabei eine fantastische Dramaturgie, wie sich etwa die langsamen Stücke einfügen, jeweils genau auf dem richtigen Platz. Und mit Jörg Widmann alphabetisch als Letztem erweist sich seine Variation als idealer Abschluss. Genauso wie Lera Auerbach als Einstieg passt. Es ist wirklich unglaublich, wie das alles funktioniert. Viele der elf Komponistinnen und Komponisten beziehen sich jedoch eher auf Beethoven als auf Diabelli, bei Hosokawa hören Sie besonders gut Motive aus Beethovens Diabelli-Variationen heraus.

 

M&T: Blenden wir zu Beethoven zurück! Hat er sich mit diesem monumentalen Spätwerk seine pianistische Idealwelt herbeigedacht?

Rudolf Buchbinder: Ich habe viele Gedanken über die Diabelli-Variationen. So stelle ich mir die Frage, ob Beethoven überhaupt daran gedacht hat, dass das Werk je aufgeführt würde. Er hat es für sich geschrieben, es ist eine Reminiszenz seines Lebens, ein Rückblick. Es widerspiegelt sich das ganze Leben Beethovens in diesen Variationen. Es ist ein Schicksalsstück, finde ich. Man muss sich vorstellen, mit seinen letzten Kompositionen hat Beethoven sein eigenes Publikum vertrieben. Die sind zu Rossini gegangen. Und seine späten Streichquartette sind für viele, auch heute noch, eine sehr schwere Kost. Man darf auch nicht vergessen, dass die Diabelli-Variationen erst dreissig Jahre nach dem Komponieren durch den Pianisten und Dirigenten Hans von Bülow uraufgeführt wurden. Komponieren geschieht ja auch nicht am Instrument, also am Klavier, vielmehr setzen sich die Komponisten mit ihren Ideen an den Schreibtisch.

M&T: Ist demnach die Vorstellung von Beethoven, wie er am Klavier komponierte, eine falsche?

Rudolf Buchbinder: Ja, sicher. Man erzählt sich ja eine Geschichte aus der Zeit der «Appassionata», wie Beethoven ganz verrückt die Läufe aus dem dritten Satz im Wald vor sich hingesungen hätte. Dann rannte er nach Hause, setzte sich an den Schreibtisch und schrieb diesen dritten Satz der Sonate auf. Allein die Klangvorstellungen eines Komponisten – die sind für mich das grösste Mirakel! Wenn ich mir etwa «Daphnis et Chloë» von Ravel anschaue – und er hatte nur ein mieses Pianino zu Hause, darauf hat er sicher nicht komponiert: Welch ganz genaue Klangvorstellung für den riesigen Orchesterapparat bis ins kleinste Detail eines Instruments, bis zum feinsten Farbtupfer etwa im Piccolo ihm da vorschwebte – das ist doch unglaublich! So ein Werk niederzuschreiben, den einzelnen Instrumenten zum richtigen Zeitpunkt die richtige Aufgabe zu geben – das ist Genie. Das gilt natürlich auch für Beethoven – wie für alle grossen Komponisten.

M&T: Beethovens Diabelli-Variationen erlebt man auch als heutiger Mensch noch als unglaublich modern, etwa in der kühnen 9. Varia­tion.

Rudolf Buchbinder: Ja, absolut! Wenn ich meinen Beethoven-Sonatenzyklus auf das Programm setze, dann spiele ich ihn nie chronologisch. Der Abschlussabend jedoch gehört jeweils den letzten drei Sonaten, die ich immer ohne Pause spiele. Und ich spiele auch nie eine Zugabe nach dem op. 111. Nur einmal hatte ich eine Zugabe gespielt, die Sonate op. 1 von Alban Berg, als logische Fortsetzung sozusagen.

M&T: Welche Weite, welche Tiefe Beethoven in diesen miniaturhaft kurzen Stücken erschliesst, das berührt unser Innerstes, etwa in der 31. Variation, wenn sich ein ganzer Kosmos öffnet…

Rudolf Buchbinder: … und wenn zum Schluss nach dieser Fuge noch das Menuett kommt – da öffnet sich der Himmel für mich! Wenn das in C-Dur erklingt, bekomme ich jedes Mal Gänsehaut. Und es ist tatsächlich so, dass mich nach meinem Diabelli-Programm schon verschiedene Leute angesprochen haben: Der Modernste von allen ist doch Beethoven!

M&T: Nicht zuletzt mit seinen Kontrasten…

Rudolf Buchbinder: … schauen Sie, mit seinem Gehör hat das nichts zu tun. Beethoven ist der erste Komponist, der schon in seinen ersten Sonaten nach einem Fortissimo ein Subito Pianissimo schreibt– nicht bloss ein Piano nach einem Forte! Er sucht die Extreme. Daher ist es für den Interpreten ganz wichtig, diesen Unterschied zwischen Forte und Fortissimo bewusst zu machen. Solche Stellen gibt es auch in den Klavierkonzerten und in seinen Sinfonien. Das Forte kommt aus dem Bauch, das ist etwas Rundes. Das Fortissimo hingegen, das kann wehtun, es muss wehtun bei Beet­hoven!

M&T: Das passt ja ganz zu der Richtung, in welche der heutige Hauptstrom in Sachen Beethoven-Interpretation fliesst: kämpferisch, sich auflehnend, kantig hart. Ist Ihnen das zu einseitig?

Rudolf Buchbinder: Es gibt so viele Paletten bei Beethoven. Er lässt sich ja nicht einordnen, dieser Mensch – Gott sei Dank! Und Gott sei Dank gibt es ein paar Geheimnisse um ihn. Mich interessiert nicht, wer die unsterbliche Geliebte war, man soll ihm doch ein paar Geheimnisse lassen. Beethoven war zeit seines Lebens ein ewig Suchender. Immer auf der Suche nach Liebe und Wärme.

M&T: Sie sprechen von «Wärme». Welche Bedeutung kommt diesem Begriff für den Beethoven-Interpreten zu?

Rudolf Buchbinder: Es gibt so viele Stellen, an denen er mich zu Tränen rührt. Man spürt sofort, wenn er verliebt ist, wenn er unglücklich verliebt ist. Seine Sehnsucht vermittelt sich – wie Sie es erwähnt haben – ganz intensiv gerade auch in den kurzen Stücken der Diabelli-Variationen.

M&T: Wenn ich Ihre ganz aktuelle Einspielung mit dem ersten Klavierkonzert höre, scheint mir, dass sich gespannte Aufmerksamkeit und Abgeklärtheit verbinden. Wie wichtig ist Ihnen Beethoven als ein Fragender?

Rudolf Buchbinder: Er beschäftigt mich ein Leben lang als Fragender. Ich frage ihn, er fragt auch zurück – und ich frage ihn immer wieder. Wie soll man Beethoven interpretieren? Von Carl Czerny, der sämtliche Klavierwerke Beethovens und auch die Kammermusik beschreibt, wissen wir: Es gibt einige markante Dinge, die er immer wiederholt. Zum Beispiel schreibt er immer wieder: «in den langsamen Sätzen nicht schleppen». Man hat früher auf jeden Fall schneller gespielt wie heute, auch die schnellen Sätze. Das war auf den Instrumenten jener Zeit auch leichter zu verwirklichen.

M&T: Wie sieht es mit den Freiheiten in Sachen Tempi aus?

Rudolf Buchbinder: Bei der Sonate op. 90 – das ist diese kleine, zweisätzige Sonate – wechselte Beethoven sieben-, achtmal das Tempo innerhalb des zweiten Satzes. Das sind, ja, Dinge, die muss man sich überlegen! Das trauen wir uns heute doch gar nicht! Wer würde es wagen, bei Beethoven innert eines Satzes so oft das Tempo zu wechseln?

M&T: Wünschte sich Beethoven ein freieres Interpretieren?

Rudolf Buchbinder: Ja, absolut. Für Beet­hoven – das weiss man aus vielen Berichten – war das Wichtigste immer das Singen am Klavier. Er schreibt ja immer wieder Cantabile. Und ich weiss nicht wie oft er im langsamen Satz der «Hammerklaviersonate» espressivo, con grande espressione, molto espressivo schreibt – immer wieder, zwanzig-, dreissigmal schreibt er espressivo. Und er ist der einzige Komponist der Musikgeschichte, der nach einer Espressivo-Stelle a tempo schreibt, zweimal in der Sonate op. 109. Man schreibt doch a tempo nach einem Ritardando oder Accelerando! Nach einem Espressivo hat das kein Mensch je getan – ausser Beethoven! Das heisst doch, dass das Espressivo für ihn ein emotionaler Ausdruck war, wo er dem Interpreten die Freiheit lässt.

M&T: Kommen wir noch zu den Klavierkonzerten. Sie spielen die überall. Mit den unterschiedlichsten Orchestern. Beeinflusst das jeweilige Orchester Ihre Interpretation?

Rudolf Buchbinder: Eigentlich nicht. Es ist nur der Austausch mit verschiedenen Dirigenten, der immer wieder neue Ideen vermittelt. Ich habe die fünf Klavierkonzerte von Beethoven mit fünf verschiedenen Dirigenten und Orchestern gespielt und auch für Deutsche Grammophon aufgenommen. Das erscheint allerdings erst nächstes Jahr. Das erste war mit Andris Nelsons und dem Gewandhausorchester Leipzig, das zweite noch mit Mariss Jansons und dem Bayerischen Rundfunk, das dritte mit Gergiev und den Münchner Philharmonikern, das vierte mit Thielemann und der Staatskapelle Dresden und das fünfte mit den Wiener Philharmonikern unter Muti.

M&T: Das sind ja musikalisch ganz verschiedene Welten. Mussten Sie sich nicht verbiegen.

Rudolf Buchbinder: Nein, nein – verschiedene Welten mögen das ja sein, aber entscheidend ist das gegenseitige Ballzuwerfen.

M&T: Wie viel interpretatorische Selbstsicherheit und vielleicht sogar Starrköpfigkeit des Solisten ist in solchen Konstellationen gefragt?

Rudolf Buchbinder: Starrköpfig soll man ja nicht sein, aber selbstsicher schon! Entscheidend ist, wie die Überzeugungskraft des Partners herüberkommt – das gilt gerade auch für Tempofragen.

M&T: Ist es Ihnen lieber, selber das ganze Geschehen vom Flügel aus zu leiten?

Rudolf Buchbinder: Das ist eine gute Frage! Ich mache das sehr gerne, das ist eine grosse Art von Kammermusik. Aber concertare, das ist ja ein Kampf, und wenn man den richtigen Partner hat, ist das schon fantastisch. Ich will auch nie begleitet werden! Es ist das Allerschlimmste, wenn ein Dirigent nur begleitet. Umgekehrt habe ich noch nie im Leben einen Sänger begleitet – das ist immer eine Partnerschaft. (Lachend) Ich begleite meine Frau ins Restaurant, aber das ist etwas anderes…

M&T: Ich schliesse aus Ihrer Antwort, dass Ihnen Gewohnheit oder gar Langeweile zuwider sind.

Rudolf Buchbinder: Furchtbar! Genauso, wie ich am liebsten jeden Abend etwas anderes spiele. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich – wie manche Kollegen – mit einem Programm ein Jahr lang herumreise. Das ist unvorstellbar für mich.

M&T: Sie haben manche Schlüsselwerke Ihres Repertoires während einer langen Karriere mehrfach eingespielt. Sei es im Studio oder als Konzertmitschnitte. Wie viel haben Ihre jetzigen Interpretationen noch mit den Deutungen aus den frühen Jahren zu tun?

Rudolf Buchbinder: Nichts. Absolut nichts.

M&T: Was hat sich verändert?

Rudolf Buchbinder: Ich werde nie vergessen, Joachim Kaiser und ich waren sehr eng miteinander und haben viele Stunden miteinander diskutierend verbracht. Eines Tages sagt er zu mir: «Rudi, du musst die Beethoven-Sonaten wieder aufnehmen, nach dreissig Jahren!» Ich fragte zurück: Warum, um Himmels Willen? Und er: «Du musst! Denn jetzt bist du frei.»

M&T: Fühlen Sie sich als Interpret heute freier, wagen Sie mehr?

Rudolf Buchbinder: Das ist keine Frage! Weil man einfach viel mehr weiss und sich immer wieder von Neuem mit den Werken beschäftigt. Das hilft einem in der Interpretation gewaltig.

M&T: Lassen wir strapazierte Begriffe wie Altersweisheit beiseite. Aber dennoch gefragt: Gewinnt man mit zunehmender Lebenserfahrung an Tiefe?

Rudolf Buchbinder: Ein Wort, das ich nicht hören kann, ist Reife! Aber vielleicht erweitern zunehmende Freiheit und Mut die Ausdruckspalette – wie bei einem Maler. Als junger Mensch ist man viel zu puritanisch und unflexibel, intolerant und engstirnig. Das ändert sich mit der Zeit und weitet natürlich den Horizont. Auch als Interpret. ■

Rudolf Buchbinder – Die Konzerte

Migros-Kulturprozent-Classics Wiener Symphoniker Rudolf Buchbinder (Leitung, Klavier) Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur op. 15 Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 Zürich, Tonhalle Maag 13. November 2020, 19.30 Uhr Genf, Victoria Hall 14. November 2020, 20.00 Uhr Bern, Casino 15. November 2020, 17.00 Uhr Programm: ... Weiter

Rudolf Buchbinder – neue CDs

Rudolf Buchbinder: The Diabelli Project Anton Diabelli: Walzer C-Dur Neue Variationen über einen Walzer von Dia­belli (Auerbach, Dean, Hosokawa, Lubman, Manoury, Richter, Schtschedrin, Staud, Tan Dun, Widmann) Ludwig van Beethoven: 33 Veränderungen C-Dur über einen Walzer von Diabelli op.120 Deutsche Grammophon 483 7707 ... Weiter
Ausgabe: 11 - 2020