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The Ernst Haefliger Edition

The Ernst Haefliger Edition

Weitaus die meisten seiner Schallplatten-Einspielungen machte Ernst Haefliger für Deutsche Grammophon und deren Archiv-Produktion. Die Jubiläums-Edition bietet eine repräsentative Auswahl. Besonders willkommen sind die drei Schubert-Liederzyklen sowie eine weitere CD mit Schumanns «Dichterliebe» op. 48 und Beethovens «An die ferne Geliebte». Eine herausragende Bedeutung kommt zudem Janácˇeks Liederzyklus «Aus dem Tagebuch eines Verschollenen» zu, weil Haefliger hier vom Janácˇek-Spezialisten Rafael Kubelik begleitet wird – eine Referenzaufnahme.

Der Bach-Sänger ist mit Arien aus Kantaten und Passionen vertreten. Höhepunkte sind zweifellos die beiden Solokantaten für Tenor, wobei «Meine Seele rühmt und preist» hierzulande erstmals auf CD veröffentlicht wird. Eine weitere CD ist dem Mozart-Sänger gewidmet – mit Auszügen aus Fricsays Operneinspielungen («Così fan tutte» dirigierte Eugen Jochum). Zweifellos ein stilreiner, wenn auch ein wenig anämischer Mozart-Gesang. Weiter geht es mit Bruckners Te Deum unter Jochum (auch das eine Referenzaufnahme), mit Auszügen aus Rossinis Stabat mater (hier mit einem beeindruckend höhensicher gesungenen hohen Des) sowie Arien aus Opern von Rossini, Nicolai oder Verdi. Diese hingegen können aus heutiger Sicht kaum mehr überzeugen – zu sehr wird hörbar, wie Haefliger hier an die Grenzen seiner stimmlichen Mittel stösst. Hört man sich, um nur ein einziges Beispiel zu anzuführen, das Duett aus dem «Barbiere» mit Haefliger und dem Bariton Raimund Grumbach (hier in einer Einspielung aus Berlin von 1964) an, so muss man konstatieren: Das haben Fritz Wunderlich und Hermann Prey 1959 in München weit packender gestaltet, stilistisch wie stimmlich.

The Ernst Haefliger Edition. DG 4837122 
(12 CDs)

Ausgabe: -