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Dominik Deuber, Intendant Musikkollegium Winterthur

Dominik Deuber, Intendant Musikkollegium Winterthur

1 Wir sind zuversichtlich und gehen davon aus, dass die nächste Saison planmässig stattfinden wird. Es ist uns aber bewusst, dass die Situation unberechenbar bleibt. Für uns gilt deshalb nach wie vor, weiterhin flexibel zu bleiben. Ich muss unserem Orchester wirklich ein Kränzchen winden: Innerhalb von wenigen Wochen wurden ganze Produktionen abgesagt, dennoch haben wir immer Alternativen gesucht, um trotzdem spielen zu können. Diese Kurzfristigkeit war für die Musiker*innen im Orchester auch ungewöhnlich – sie haben aber alle engagiert mitgeholfen, um ein Weiterspielen zu ermöglichen.

2 So lange wie nötig. Seit letztem September passen wir nicht nur die Form unserer Konzerte (Live-Streams) laufend an, sondern auch unsere Programme und Besetzungen. Eine einfache Änderung der vorgeschriebenen Sicherheitsabstände hat beispielsweise Einfluss auf die Besetzung des Orchesters, da nicht mehr gleich viele Musiker auf die Bühne passen. Die Besetzungsänderung macht eine Anpassung des Programms notwendig, da die geplanten Werke nicht mit weniger Musiker gespielt werden können. Kommen noch besondere Reisebestimmungen hinzu, können Solisten und Gastdirigenten plötzlich nicht mehr einreisen oder rechtzeitig ihre Quarantäne absolvieren. Unser Betrieb kann zwar weiterhin improvisierend funktionieren, aber der Zusatzaufwand ist für alle spürbar.

3 Wir planen vor allem die Anzahl Konzerte der nächsten Saison sehr vorsichtig, zumal wir bereits Konzerte von dieser auf die nächste Saison verschieben mussten. Das Endergebnis dieser Saison können wir zudem nur schlecht abschätzen, da die Rechnung noch einige Unbekannte enthält, zum Beispiel ausstehende Entscheide über Ausfallentschädigung und Transformationsprojekte. Andererseits nehmen wir unseren Bildungsauftrag ernst und möchten unsere Rolle als Kulturinstitution so gut es geht erfüllen.

4 Wir sind bereits mit einem umfassenden Schutzkonzept in die Saison gestartet. Dieses hat sehr gut funktioniert und das Vertrauen unseres Publikums gestärkt. Neue Studien, etwa die Aerosol-Studie aus Dortmund, belegen, dass mit genügend Raumkapazität und einer leistungsstarken Lüftung das Risiko einer Ansteckung im Konzertsaal sehr gering ist. Durch das zusätzliche Tragen einer Maske ist eine Ansteckung dann fast ausgeschlossen.

5 Konzert-Veranstalter und Orchester sind sich einig, dass allfällige Risiken für abgesagte Konzerte nicht auf die Veranstalter abgewälzt werden können. Aus diesem Grund sind solche Corona-Klauseln in Künstlerverträgen für uns kein Thema, zumal wir auch fast alle Konzerte spielen.

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