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Zum siebten Mal werden 2017 die International Classical Music Awards (ICMA) verliehen
Die ICMA-Awards 2017
Bereits zum siebten Mal vergibt 2017 eine internationale Fachjury die International Classical Music Awards (ICMA). 
Diese Jury – Musik & Theater vertritt darin die Schweiz – verleiht in diesem Jahr neun Special Awards sowie Preise in 
15 Audio- und DVD-Kategorien. Die Auszeichnung für ein ausserordentliches künstlerisches Lebenswerk, der 
«Lifetime Achievement Award», geht an den finnischen Bassisten Matti Salminen, «Artist of the Year» ist die Bratschistin 
Tabea Zimmermann. Als «Young Artists» werden die Pianistin Sophie Pacini und die Sopranistin Elsa Dreisig ausgezeichnet, 
während der Award als «Label of the Year» an das skandinavische Label BIS geht. Die Award-Ceremony mit dem dazu 
gehörigen Galakonzert geht am 1. April mit dem Gewandhausorchester Leipzig an dessen Heimstätte über die Bühne.

Andrea Meuli

Am 19. Januar war es wieder soweit: Die Gewinner der International Classical Music Awards (ICMA) 2017 wurden bekannt gegeben. Ausgewählt hatte sie eine Jury, die sich aus wichtigen Musikmagazinen. Rundfunkstationen und Online-Diensten in 14 europäischen Ländern zusammensetzt. Musik & Theater repräsentiert darin seit Beginn die Schweiz.

Der «Lifetime Achievement Award» 2017 geht an den finnischen Bassisten Matti Salminen, den ja gerade mit Zürich eine jahrzehntelange enge künstlerische Beziehung verbindet. Seit den siebziger Jahren setzte Salminen am Zürcher Opernhaus in einem immens breiten Repertoire des italienischen, russischen wie deutschen Faches Massstäbe. Doch sein Wirkungsfeld waren – und sind es in etwas reduziertem Masse noch immer – alle bedeutenden Bühnen dieser Welt, von der New Yorker Metropolitan Opern bis zur Mailänder Scala, von London bis Berlin. Die Jury würdigt Salminens legendäre Karriere mit diesem Award.

«Artist of the Year» ist 2017 die deutsche Bratschistin Tabea Zimmermann, eine Künstlerin also, deren musikalische Verdienste auf den unterschiedlichsten Spielfeldern nicht hoch genug zu würdigen sind, von ihrem unermüdlichen Einsatz für zeitgenössische Musik bis zu ihrer Leidenschaft für unterschiedlichste Formen der Kammermusik, Die 1991 geborene, französisch-dänische Sopranistin Elsa Dreisig steht an der Schwelle zu einer viel versprechenden Karriere. Seit der Saison 2015/16 gehört sie dem Opernstudio der Berliner Staatsoper an. Ihr wird der vokale «Young Artist of the Year»-Award verliehen, das instrumentale Pendant geht dieses Jahr an die Pianistin Sophie Pacini, deren künstlerische Entwicklung die Jury seit längerem verfolgt.

Einen weiteren Pianisten zeichnet die Jury mit dem, 2016 gemeinsam mit der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein ins Leben gerufenen, «Discovery Award» für Musikerinnen und Musiker zwischen zwölf und achtzehn Jahren aus: Robert Neumann kann mit knapp sechzehn bereits auf mehrere erfolgreich bestrittene Wettbewerbe verweisen und setzte mit seinen Auftritten auch schon verschiedentlich beachtliche Festivalakzente.

«Label of the Year» ist 2017 das schwedische Klassiklabel BIS, welches Robert von Bahr 1973 gründete und bis heute erfolgreich durch alle Stürme des Musikmarktes geführt hat. Zahlreiche Aufnahmen dieses Labels behaupten Referenzstatus, und editorische Grosstaten wie die Gesamtedition aller Werke des finnischen Komponisten Jean Sibelius dokumentieren genauso den künstlerischen Anspruch dieses skandinavischen Labels.

Weitere «Special Awards» gehen an den Naxosgründer und -Pionier Klaus Heymann sowie an das junge, mit mitreissendem Elan in eine internationale Karriere gestartete Ensemble Esperanza. Und dem Gewandhausorchester Leipzig erweist die Jury ihre Referenz mit einem Spezialpreis für seine beeindruckende musikalische Tradition wie für seine Gastgeberrolle 2017: Im Leipziger Gewandhaus findet die diesjährige ICMA-Zeremonie mit dem damit verbundenen Galakonzert statt.

In den verschiedenen Kategorien von Audio und DVD werden auch dieses Jahr 15 Awards vergeben. Jener in der Kategorie «DVD Performance» geht an das Opernhaus Zürich für den bei Accentus veröffentlichten Mitschnitt von Alban Bergs «Wozzeck», in der Inszenierung von Andreas Homoki und mit Christian Gerhaher in der Titelrolle. Unter den 2017 mit einem Award ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstlern finden sich des Weiteren klingende Namen wie Giovanni Antonini, René Jacobs, Elena Bashkirova, Julia Fischer, Daniel Müller-Schott, Carolin Widmann, Claudio Abbado und die Berliner Philharmoniker und viele andere.

Special Awards

Lifetime Achievement Award
Matti Salminen 1
 
Artist of the Year
Tabea Zimmermann 2
 
Young Artist of the Year Instrumental
Sophie Pacini 3
 
Young Artist of the Year Vocal
Elsa Dreisig 4
 
Discovery Award
Robert Neumann 5
 
Label of the Year
BIS Records 6
 
Special Achievement Award
Klaus Heymann 7
 
Special Achievement Award
Gewandhausorchester Leipzig 8
 
Special Achievement Award
Ensemble Esperanza 9
 

 

CD & DVD Categories

EARLY MUSIC 10
Roland De Lassus: Canticum Canticorum
Choeur de chambre de Namur, Ensemble
Clematis
Leonardo Garcia Alarcon
Ricercar RIC 370
 
BAROQUE INSTRUMENTAL 11
«L’ange et le diable»
Tartini – Locatelli – Vitali – LeclairForqueray
Chouchane Siranossian, Jos van Immerseel
Alpha 255
 
BAROQUE VOCAL 12
«Serpent & Fire»
Purcell – Graupner – Sartorio – Locke –
Händel – Hasse – Cavalli
Anna Prohaska
Il Giardino Armonico
Giovanni Antonini
Alpha 250
 
Ex æquo 13
J.S. Bach: «Johannes-Passion»
Werner Güra, Benno Schachtner,
Sunhae Im, Sebastian Kohlhepp,
Johannes Weisser
RIAS Kammerchor, Staats- & Domchor Berlin
Akademie fur Alte Musik Berlin, René Jacobs
Harmonia Mundi HMC802236/37
 
VOCAL RECITAL 14
«Schubertiade»
Schubert: Lieder, Instrumentalstücke &
Rezitation
Julian Prégardien
Marc Hantaï, Xavier Diaz-Latorre, Philippe
Pierlot
Myrios MYR018
 
CHORAL 15
Geistliche Gesänge: Reger – J.S. Bach –
Nystedt
MDR-Rundfunkchor, Florian Helgath
Querstand VKJK 1627
 
OPERA 16
Claude Vivier: «Kopernikus»
Svea Schildknecht, Uta Buchheister,
Barbara Ostertag, Neal Banerjee,
Ji-Su Park, Dorothea Winkel
Holst-Sinfonietta, Opera Factory Freiburg,
Klaus Simon
Bastille Musique bm001
 
SOLO INSTRUMENT 17
Piotr Tchaikovsky: The Seasons Op. 37bis,
Children’s Album Op. 39
Elena Bashkirova
Gideon Boss GB008
 
Ex æquo 18
Sergei Lyapunov – Works for Piano Vol. 2
Florian Noack
Ars Produktion 38209
 
CHAMBER MUSIC 19
Duo Sessions
Halvorsen – Kodaly – Ravel –
Schulhoff
Julia Fischer & Daniel Müller-Schott
Orfeo C902161A
 
CONCERTOS 20
Mendelssohn: Violin Concerto op. 64
Schumann: Violin Concerto WoO 234
Carolin Widmann, Chamber Orchestra
of Europe
ECM 4812635
 
SYMPHONIC 21
«Claudio Abbado: The last concert»
Mendelssohn: «Ein Sommernachtstraum»
Berlioz: Symphonie fantastique op. 14
Deborah York, Stella Doufexis,
Damen des Chors des BR
Berliner Philharmoniker
Claudio Abbado
BPHR 160081
 
CONTEMPORARY 22
«Oriental Trumpet Concertos»
Penderecki – Say – Khachaturian –
Arutiunian
Gábor Boldoczki
Sinfonietta Cracovia, Jurek Dybal
Sony Classical 88985361092
 
BEST COLLECTION 23
Szymanowski: Overture op. 12
Lutoslawski: Cello Concerto, Symphony
No. 4
Gautier Capuçon
Polish National Radio Symphony Orchestra
Alexander Liebreich
Accentus ACC30388
 
HISTORICAL RECORDING 24
Mahler – Loewe – Wagner – Brahms –
Schubert
Maureen Forrester
Hertha Klust, Michael Raucheisen, Felix
Schröder
Audite 21437
 
DVD PERFORMANCE 25
Alban Berg: «Wozzeck»
Christian Gerhaher, Gun-Brit Barkmin,
Brandon Jovanovich
Mauro Peter, Wolfgang Ablinger-Sperrhacke,
Lars Woldt,
Pavel Daniluk, Cheyne Davidson,
Martin Zysset, Irène Friedli
Philharmonia Zürich, Chor der Oper Zürich
Fabio Luisi
Stage Director: Andreas Homoki
Accentus Music
ACC10363
 
DVD DOCUMENTARIES 26
Leonard Bernstein – Larger than Life
A Film by Georg Wübbolt
C Major 735908

 

ICMA – Die Jury

Die Jury setzt sich zusammen aus professionellen Musikkritikerinnen und -kritikern wichtiger Musikmagazine, Radiostationen und Online-Stationen Europas: Andante (Türkei), Crescendo (Belgien), das Orchester (Deutschland), Gramofon (Ungarn), HRT Croatian Radiotelevision 
(Kroatien), MDR-Figaro (Deutschland), Musica (Italie ... Weiter
Ausgabe: 03 - 2017