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studio

die entdeckung

Walter Labhart

Weltweit erst durch sein letztes Werk, das Klavierquintett op.34, bekannt geworden, hinterliess der polnische Komponist und Pianist Juliusz Zare¸bski (1854–1885) fast ausschliesslich Klaviermusik. Sie liegt jetzt, nach Opuszahlen geordnet, erstmals in einer Gesamteinspielung vor, die als diskografisches Ereignis bezeichnet werden darf. Der von Liszt in Weimar ausgebildete Musiker schrieb sich in westeuropäischen Ausgaben Jules Zarembski und entwickelte trotz seiner kurzen Lebensdauer einen ausgeprägten, an seinem Lehrmeister und an Chopin orientierten Klavierstil. Höhepunkte seines pianistischen Schaffens bilden die Liszt gewidmete Grande Polonaise op.6, die hochvirtuosen Trois études de concert op.7 und die ebenso anspruchsvollen Cinq improvisations «Les Roses et les Épines» op.13. Sie geben Piotr Sałajczyk beste Gelegenheit zur Demonstration seines grandiosen Könnens und zu feinsten Rubati. Mit der Pianistin Maria Szwajger-Kułakowska macht er auch mit den folkloristisch inspirierten Kompositionen für Klavier zu vier Händen bekannt. Besonders viel Spielenswertes gibt es da in den «Trois danses galiciennes» op.2 und in den stärker in der Chopin-Tradition verhafteten Danses et mélodies «À travers Pologne» zu entdecken.

 

Juliusz Zare¸ bski: Complete Works in
Opus Order. Piotr Sałajczyk und
Maria Szwajger-Kułakowska, (Klavier).
DUX 1181-1184 (4 CDs)

Ausgabe: 11 - 2019