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Christoph Müller, Geschäftsführer Hochrhein-Musikfestival sowie Mit-Geschäftsführer von Swiss Classics

Christoph Müller, Geschäftsführer Hochrhein-Musikfestival sowie Mit-Geschäftsführer von Swiss Classics

1 Für uns als Veranstalter (swiss classics im KKL Luzern und Riehen, Hochrhein-Musikfestival mit den Klassiksterne-Zyklen) ist es vorerst entscheidend, wie wir durch das Frühjahr 2021 hindurch kommen und ob wir im Herbst 2021 überhaupt noch existieren, so dramatisch dies auch klingen mag. Die Saison 2021/22 planen wir zurzeit in einer leicht reduzierten Version mit Projekten, die auf der Kostenseite tiefer sind als in früheren Saisons und anderseits auf der Veranstaltungs-Seite möglichst wenig Risiken mit sich bringen.

2 Das hängt enorm von der Höhe der uns zugesprochenen Ausfallentschädigungen ab. Leider haben wir bisher nur einen Bruchteil der in Aussicht gestellten 80 Prozent des finanziellen Schadens erhalten und es dauert jeweils 5–6 Monate zwischen Eingabe und Antwort, sodass man den grossen Teil des Jahres im Ungewissen lebt, ob überhaupt was kommt oder nicht. Das ist ein sehr unangenehmer Zustand. Ohne Kulanz unserer Partner wie dem KKL Luzern und anderer Veranstaltungshäuser hätten wir den Betrieb einstellen müssen.

3 Projekte mit innovativen oder beim Publikum nicht eingeführten Inhalten sollten lieber auf eine spätere Saison verschoben werden, ja ... solange man wie wir als Veranstalter zu 80 Prozent vom Kartenverkauf abhängig ist ...

4 Bei den Veranstaltungen im Sommer und Herbst 2020 haben wir funktionierende Schutzkonzepte angewendet; es ist reine Gewöhnungssache, und das Publikum hat sich damit abgefunden; ein wichtiger Faktor ist auch Kulanz gegenüber dem Publikum: Als Veranstalter muss man bereit sein, Tickets bei jeglicher Form von Unsicherheit seitens der Besucherinnen und Besucher zurückzuzahlen.

5 Wir fügen in allen Verträgen eine «Pandemie»-Klausel ein, welche neuerdings die Risiken für beide, Konzertveranstalter und KünstlerInnen, anspricht.

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