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Andreas Homoki, Intendant Opernhaus Zürich

Daniel auf der Mauer

 

Andreas Homoki, Intendant Opernhaus Zürich

1 Wir waren bereits vor der Pandemie diesbezüglich gut aufgestellt und recht weit in der Planung. In der Zwischenzeit ist viel passiert und wir haben einige abgesagte Produktionen aus der vergangenen Spielzeit in die kommende Saison retten können. Wir hoffen natürlich sehr, dass sich die Lage durch niedrige Infektionszahlen und ein flächendeckendes Impfen bis zum Sommer stark verbessert und wir die kommende Saison 21/22 wie geplant durchführen können.

2 Programmatisch ist die Situation eine enorme Herausforderung, da ein Opernbetrieb recht lange Vorlaufzeiten hat. Durch die Kreativität und den Einfallsreichtum meines Teams konnten wir uns aber an die jeweiligen Massnahmen recht schnell anpassen und passende Formate anbieten. Dieses Arbeiten ist natürlich eine enorme Belastung für die Mitarbeitenden und das Produzieren für ein Publikum im Opernhaus fehlt allen sehr. Trotzdem sind alle ausgesprochen motiviert, in dem erlaubten Rahmen Programme zu entwickeln, umzusetzen und unserem Publikum attraktive Angebote machen zu können. Rein finanziell sind wir von der Arbeitslosenkasse und einer Genehmigung der Kurzarbeit abhängig. Ohne dieses Instrument würden wir innerhalb kürzester Zeit mit den dann entstehenden Vollkosten Millionenverluste einfahren.

3 In der Hinsicht vielleicht, dass wir abgesagte und verschobene Produktionen aus der letzten und der laufenden Saison in der Spielzeit 2021/22 realisieren möchten und dafür andere angedachte Projekte nicht machen werden. Einige Produktionen waren schon sehr weit geprobt und konnten fast aufgeführt werden, wenn die Massnahmen dies nicht verhindert hätten. Um unsere Ressourcen zu schonen und aus Respekt vor den Künstlern und Künstlerinnen sind wir froh, dass wir diese dann hoffentlich vor unserem Publikum präsentieren können. Grossevents wie z.B. unseren Opernball müssen wir allerdings aus pragmatischen Gründen absagen.

4 Unser Schutzkonzept hat seit Ausbruch der Pandemie für Mitarbeitende und für Publikum sehr gut funktioniert. Dies bleibt natürlich weiter in Kraft und wird den aktuellen Gegebenheiten und Vorgaben angepasst. Reduzierte Zuschauerzahlen, Abstand, personalisierte Eintrittskarten, die ein lückenloses Tracing ermöglichen, in Kombination mit Hygienemassnahmen geben dem Publikum Sicherheit. Die Theater sind ja auch bisher nicht geschlossen worden, weil hier vermehrt Ansteckungen beobachtet wurden, sondern mit dem Ziel, die Mobilität der Menschen runterzufahren. Ausserdem hoffen wir sehr, dass sich viele aus unserem Publikum impfen lassen und wir dann endlich wieder das soziale Miteinander leben können, das auch zu einem gelungenen Opernabend zählt.

5 Wir versuchen weitere Auswirkungen der Corona-Krise auf die Künstlerinnen und Künstler zu verhindern. Durch die vielen abgesagten Projekte und Produktionen haben insbesondere freie Künstlerinnen und Künstler bereits enorme Verluste erlitten und erheblichen Schaden genommen. Wir sehen uns da auch als Arbeitgeber in der Pflicht zur Fürsorge.

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